Opernhaus Zürich / Musikkollegium Winterthur

VIVA LA MAMMA

Dramma giocoso von Gaetano Donizetti
 

Fiebrig und von seiner Krankheit bereits geschwächt, wollte Gaetano Donizetti gegen Ende seines Lebens seine Oper «Le convenienze ed inconvenienze teatrali» noch in eine letztgültige Form bringen. Doch die Zeit lief ihm davon. Als er im April 1848 starb, blieb die 21 Jahre zuvor begonnene Farce als Flickwerk liegen. Die Schweizer Regisseurin Mélanie Huber inszeniert die stürmisch-unterhaltsamen Kapriolen Donizettis auf den Wahnsinn des Theateralltags, die im 20. Jahrhundert frei adaptiert unter dem Titel «Viva la mamma» wieder auf die Bühne gefunden haben, mit Sängerinnen und Sängern des Internationalen Opernstudios.

Der von Fieber und Wahn strapazierte Komponist Donizetti tritt selber auf. Leicht überdreht, aber auch poetisch und traumgetrieben bringt Gaetano einen subalternen Teufel dazu, ihm einen letzten Wunsch zu erfüllen: die Aufführung eben seines Opernpastiches «Sitten und Unsitten des Theaters». Der Teufel lässt sich einspannen und bevor er es merkt, wird ihm die Hauptrolle aufgebürdet – Mamma Agata, eine schrullige Künstlerinnenmutter, so unbelehrbar wie unaufhaltsam. Ihr gegenüber stehen eine selbstgefällige Primadonna samt penetrantem Ehemann, zweit- und drittrangige Sängerinnen, ein deutscher Tenor sowie drei Herren von der Theaterleitung, die verzweifelt versuchen, die Schicksals- und Opernfäden in der Hand zu behalten. Erwartungsgemäss laufen die Proben völlig aus dem Ruder und der arme Gaetano darf zusehen, wie sich sein Werk in eine hektische Teufelsküche verwandelt.

Fotos © Herwig Prammer


 

 

60 Jahre Internationales Opernstudio am Opernhaus Zürich

Pünktlich zum 60. Jubiläum des Internationalen Opernstudios und dem diesjährigen Premierentermin der Neuproduktion VIVA LA MAMMA kann nun auch wieder Publikum live an Aufführungen teilnehmen. Seit 60 Jahren ist die Verbindung aus Theater und Nachwuchsschulung eine Institution, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist und sich in dieser Zeit zu einer der führenden Ausbildungsstätten für hochbegabte junge Sänger*innen entwickelt hat. Seit 60 Jahren erfahren die rund 20 Studierenden eine praxisnahe Ausbildung, erhalten einen realistischen Einblick in das Theaterleben, musikalisches und szenisches Rollenstudium, Unterricht in Gesangs- und Sprechtechnik, dramatischen Unterricht, Improvisation, Körpertraining, Ballett und Sprachunterricht. Zusätzlich bietet das Internationale Opernstudio Meisterkurse und Workshops mit bedeutenden Solisten, Regisseuren und Dirigenten an. Unterstützt wird die Institution von den Opernfreunden, die sich ebenfalls vor 60 Jahren gegründet haben, um die Ausbildung dieser jungen Talente zu fördern. In dieser Saison ist nun alles anders. In dieser Saison mussten die jungen Talente auf Vieles verzichten. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass die Mitglieder des diesjährigen Jahrgangs ab dem 8. Mai die Gelegenheit bekommen, ihr Können vor Publikum zu zeigen und den angemessenen Applaus auch dafür live entgegennehmen zu können.