MARIA STUART

Trauerspiel von Friedrich Schiller
 

Zwei Frauen, eine Krone: Maria Stuart, die Königin von Schottland, wird der Mittäterschaft am Mord ihres Gatten beschuldigt und flieht nach England. Dort erhofft sie sich politisches Asyl von ihrer Cousine Elisabeth, die als unehelich geborenes Kind auf dem englischen Thron sitzt. Getrieben von der Angst, die Krone zu verlieren, lässt Elisabeth Maria Stuart festnehmen, statt ihr Schutz zu gewähren.

Friedrich Schillers Trauerspiel setzt im Moment von Marias Verurteilung ein und zeigt ein sich um politische und private Interessen kreisendes Machtspiel mit zwei Frauen im Zentrum, die zwar ungleich, aber gleichermassen autonom sind. Schiller stellt einander zwei Strategien der Macht gegenüber: die kühle und rationale Elisabeth, die den Preis für ihre Freiheit mit Einsamkeit zahlt und die charismatische Maria, die es versteht, Männer zu ihrem Spielball zu machen und mit allen Mitteln um ihr Leben und ihre Position kämpft. Scheitern werden sie beide, aufgerieben zwischen Rivalitäten und widerstrebenden Interessen des sie umgebenden männlichen Machtapparats.

Inszeniert wird das Königinnendrama vom neuen Berner Schauspieldirektor Roger Vontobel, dessen Inszenierungen von «Don Carlos», «Hedda Gabler» und «Die Panne» bereits in Winterthur zu sehen waren.