DIE VERWANDLUNG

Stück nach Franz Kafka
 

«Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.» Als sprachloser Parasit ist er für seine Familie nutzlos und wird von ihr fallen gelassen. Franz Kafkas weltberühmte Erzählung über die Andersartigkeit und zwischenmenschliche Abhängigkeit gilt zu Recht als literarisches Meisterwerk.

Der Regisseur Jan Friedrich stellt in seiner Münchner Bühnenfassung die Frage, für welche Formen der sozialen Isolation das «ungeheure Ungeziefer» heute stehen kann. Assoziativ umkreist er Möglichkeiten wie abrupte Krankheit und Arbeitsunfähigkeit, bis hin zu bewussteren Formen des sozialen Rückzugs und entlarvt damit Gregors Familie als das eigentlich parasitäre System. Bildmächtig und vielschichtig stellt Friedrich die Frage nach der Macht von Systemen auf den Einzelnen und der Macht des Einzelnen auf das System.

«Diese ‹Verwandlung› ist eine grossartige Ensembleleistung, eine Parabel vom Anderssein, von Hilflosigkeit und der Abhängigkeit vom Wohlwollen anderer. Sie ist spielerisch, musikalisch, mutig, bildstark, beklemmend und anrührend. Man könnte glatt sagen: kafkaesk.» Münchner Feuilleton

Fotos © Cordula Treml